Alter Nordfriedhof

Alter Nordfriedhof, Deutschland, München

Adresse und Geoposition

k. A. 
Alter Nordfriedhof
Zieblandstraße 17
80799 München, Deutschland
48.15365555555555; 11.570219444444444
k. A. 

Geschichte

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte die Stadt München mit dem heutigen Alten Südfriedhof nur über eine einzige Begräbnisstätte. Bald wurde jedoch dieser Friedhof für die schnell wachsende Stadt zu eng, weswegen mit den Planungen eines neuen Friedhofs im nördlichen Teil der Stadt begonnen wurde. Zwischen Juni 1866 und Sommer 1869 wurde deswegen in der Maxvorstadt der Nördliche Friedhof erbaut.

Bereits die Planungen dazu spiegelten den Zwiespalt der Gesellschaft gegenüber Friedhöfen und öffentlichen Bauten allgemein wider: einerseits gibt es den allgemeinen Wunsch, auf dem Friedhof eine möglichst prominente Grabstelle zu haben, andererseits soll der Friedhof nicht vor der eigenen Haustüre liegen. Trotz aller Widrigkeiten konnte der Alte Nördliche Friedhof am 5. Oktober 1868 eröffnet werden. Die erste Beisetzung fand noch am selben Tag statt, als der frühere Stadtpfarrer von St. Ludwig auf den neuen Friedhof umgebettet wurde.

Der Friedhof selbst war ursprünglich in 16 gleich große Felder eingeteilt, die Grundform ist rechteckig. Entlang der westlichen Mauer wurden 30 Arkadengrüfte angelegt, in der Mitte des Friedhofs befindet sich ein großes Kreuz. An die rechteckige Form schlossen sich dort noch die Aussegnungshalle und einige weitere Wirtschaftsbauten an. Damit entsprach er in seinen geometrischen Grundmuster und den (zumindest teilweisen) Arkaden an der Mauer dem Campo-Santo-Gedanken.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde der Friedhof dann im Ganzen in Frage gestellt: das NS-Regime wollte im Zuge des Umbaus von München als Hauptstadt der Bewegung die Isabellastraße mit der Luisenstraße verbinden, um dort eine Prachtallee zu errichten, die zu Adolf Hitlers vorgesehenen Alterssitz in Schwabing führen sollte. Bei dieser Planung stand allerdings der Alten Nördlichen Friedhofs im Weg. Aus diesem Grund wurde zuerst die Ruhefrist heruntersetzen und dann ab 1939 der reguläre Beerdigungsbetrieb eingestellt. Bis 1944 gab es noch einzelne Beerdigungen in bestehenden Familiengräbern. Als durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg auch der Friedhof stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, kam für den Friedhof die endgültige Schließung. Bei den Angriffen wurden auch viele Arkadengrüfte und die meisten anderen Friedhofsbauten zerstört.

Haltestelle

Bus (100): Pinakotheken
Bus (153, N40): Universität
Strassenbahn (27, 12): Kurfürstenplatz

Autofahren, parken

Eintrittspreise

Kindgerecht

Kosten

Offizielle Webseite

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffnungszeiten

Rollstuhlgerecht

Wissenswertes

Der Alte Nordfriedhof (auch: Alter Nördlicher Friedhof) an der Arcisstraße in München wurde ab 1866 nach Entwürfen von Stadtbaurat Arnold Zenetti errichtet.

Der Alte Nördliche Friedhof stellt heute mit seinem aufgelockerten Laubbaumbestand eine bedeutende Grünfläche im Stadtteil Maxvorstadt dar und wird im Rahmen der Pietät gegenüber den vor langer Zeit hier beigesetzten Personen als kleine Parkanlage genutzt. Zahlreiche Bänke stehen den Spaziergängern zur Verfügung. An schönen Tagen wird der Platz zwischen den teilweise efeuumrankten Grabmalen gerne als Liegewiese verwendet. Zudem hat sich der Weg entlang der Innenseite der Friedhofsmauer und der Arkaden als beliebte Strecke für Jogger etabliert. Eine Runde um das rechteckige, vier Hektar große Areal ergibt etwa 750 Meter.

Der westlich sich anschließende Spielplatz bietet unter anderem Möglichkeiten zu Ballspielarten, aber auch für Bodenschach.

- Wilhelm Bauer (1822–1875), Ingenieur
- Karl Maximilian von Bauernfeind (1818–1894), Ingenieur und Geodät
- Wilhelm Dürr der Ältere (1815–1890), badischer Hofmaler
- August "Gustl" Gemming (1836-14. Februar 1893), Lyriker und Altmünchner Original, Herausgeber humoriger Bücher, Oberleutnant a. D. (aus Durscht - wie er es nannte) des Königlich Bayerischen 12. Infanterie-Regiment „Königin Amalie von Griechenland“. Gewann eine Wette, nackt durch die Straßen der Stadt zu reiten, weil er sich eine Uniform auf seinen Körper malen ließ. Grabstein ist erhalten.
- Lucile Grahn-Young (1819-1907), dänische Tänzerin und Ballettmeisterin.
- Carl Wilhelm von Gümbel (1823–1898), Geologe und Münchener Ehrenbürger
- Carl August Lebschée (1800–1877), Maler und Zeichner des Münchner Stadtbildes
- Hermann Lingg (1820–1905), Schriftsteller, Gründer der Krokodile
- Joseph Molitor von Mühlfeld (1855–1890), Kunstmaler
- Max von Montgelas (1860–1938), Politiker, Diplomat (Militärattaché) und Historiker
- Sigmund Riefler (1847–1912), Konstrukteur von wissenschaftlichen Präzisionspendeluhren
- Wilhelm Heinrich Riehl (1823–1897), Journalist, Novellist und Kulturhistoriker
- Emil Rohde (1839–1913), bayerischer Hofschauspieler
- Benignus von Safferling (1825–1895), General und bayerischer Kriegsminister
- Ludwig von der Tann-Rathsamhausen (1815–1881), General der Infanterie und Kommandierender General des I. Königlich Bayerisches Armee-Korps
- Carl von Thieme (1844–1924), Gründer Münchener Rückversicherung und Allianzversicherung
- Michael Wagmüller (1839-1881), deutscher Bildhauer; erschuf die eigene Familiengrabskulptur, für die er bei der Weltausstellung Paris 1878 mit dem Orden der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet wurde.
- Moritz Wagner (1813–1887) Biologe, Reisender, Ethnologe, Geograph, Naturforscher und 1. Konservator der königlich ethnographischen Sammlungen (später: Staatliches Völkerkundemuseum München)

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